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Die Rubrik "Cave..." ist ein Gruss an die Römerzeit, die uns das Wort 'cannabis' geschenkt hat. «Cave canem » las man des öfters auf einem Schild vor römischen Liegenschaften und das bedeutet: "Hüte dich vor dem Hunde". Aber nicht über Hunde berichtet diese Rubrik, sondern über Richter (cave iudicem), über Beamte (cave administratorem), Polizisten (cave custodem), Politiker (cave virem rei publicae), Wissenschaftler (cave eruditum), Journalisten (cave scribendem), über Alkohol (cave C2H5OH), Schafe (cave ovem), Ratten (cave murem) - und über Vergangenheit (cave repetitum).

Hanf begleitet die Menschheit seit ihren Anfängen. Mit Hanf wurde nie ein Unrecht verübt, der Gesellschaft nie einen Schaden zugefügt und doch gibt es gegen die Hanfpflanze und die hanfverbundenen Personen seit einem halben Jahrhundert ein Ausmass an behördlicher Ausgrenzung, das in der Menschengeschichte seinesgleichen vergeblich sucht, denn man findet sie in allen Ländern der Welt vor, ohne Ausnahme. Die Verfolgung wird, da unspektakulär, nicht wahrgenommen und bleibt in ihren Auswirkungen der Bevölkerung verborgen. Und doch werden weltweit jährlich Abermillionen von Personen verhaftet, verhört, gebüsst, eingesperrt, der Fahrausweis wird entzogen, der Arbeitsplatz geht verloren. Die abgenommenen Gelder erreichen Abermilliardenbeträge. Addiert man alle in der Welt wegen Hanf ausgesprochenen Gefängnistage, kommt man auf Abermillionen von Jahren. Keine Verfolgung hat ihren Opfern nur annähernd so viele Gefängnisjahre eingebracht und keine wird jemals so lange dauern, wie die Hanfverfolgung schon dauert: Mehr als drei Generationen.

Eine Pflanze an sich unter Verbot zu stellen ist eine Einmaligkeit in der Menschengeschichte. Das Mittelalter hat Prozesse geführt und Ungeziefer zu Tode verurteilt, aber nie hätte ein damaliger Richter geglaubt, daß in späteren Zeiten das gleiche sich mit einem Gewächs wiederholt, noch ein nützliches dazu.

Die weltweite Hanfverfolgung nahm, von jüdischen Finanz- und Industriekreisen ins Leben gerufen, ihren Anfang in den Vereinigten Staaten von Amerika und gelang mit dem Wirtschafts-Wiederaufbauplan Marshall kurz nach dem II. Weltkrieg nach Europa. Im Gegenteil zu den anderen Verfolgungen, welche immer auf ein politisches, religiöses oder rassenverbundenes Ideal gründen, geht es bei der Hanfverfolgung nicht um ideelle Werte, sondern einzig um Geld: Hanf ist ein billiger Konkurrenz zu Erdöl, Medikamenten, Nikotin und Alkohol, vier Waren mit Umsätzen in der Höhe von Millionen von Milliarden Franken. Es gilt, diese Umsätze zu schützen und zu diesem Zwecke wird der Staatsapparat eingesetzt, müssen Unschuldige ins Gefängnis.

Da sie mit keinem ideellen Wert verbunden, ist die Hanfverfolgung nicht Volkssache, sondern das Privileg einer Kleinstzahl von manipulierenden und manipulierten Staatsbeamten im Verbund mit Elementen aus der Unter- und der Finanzwelt. Die Verfolgung von Hanfbenutzern ist zum Projektionsschirm von Affekten geworden, die zwar milder sind als andere Verfolgungen, jedoch durchaus ihre verwandten Aspekte haben.

Die Verfolgung verkörpert sich in der Verneinung der menschlichen Grundrechte: Freiheit, körperliche und psychische Integrität, Würde und Handelsfreiheit. Es handelt sich um eine systematisch und breitflächig vom Staat mit Staatsmitteln geführte Politik gegen eine mit und um Hanf identifizierte Minorität. Die Hanfverfolgung stimmt überein mit dem Kriterium des Verbrechens an die Menschlichkeit, so wie es in Artikel 7 des Internationalen Strafgerichtshof verankert ist ("Verfolgung einer identifizierbaren Gruppe oder Gemeinschaft").

Aus Furcht vor behördlicher Ahndung müssen Kranke und Leidende auf die Hanfmedikamente verzichten. Für Abermillionen von Menschen in der Welt, für Hunderttausende in der Schweiz ist nämlich Hanf oft das einzig verfügbare oder wirksame Heilmittel für gewisse körperliche und seelische Leiden. Wieviele Millionen Stunden Leid, wieviele schlaflos, mit Schmerz durchkämpfte Nächte die Hanfmedikation ersparen kann, ist den Fachleuten bekannt - und dennoch wird die Hanfmedikation nicht freigegeben. In der Schweiz ist dies doppelt ungerecht, denn die geltende Gesetzgebung gibt jedermann freien Zugang zur Hanfmedikation.

In allen Ländern der Welt ist heute die Hanfpflanze mit absolutem Anbau- und Nutzungsverbot belegt - nur in der Schweiz nicht: "Die Schweiz ist das einzige Land in der Welt, welches den Anbau von Hanf ohne Schranken zuläßt, das heißt, jedermann darf ohne Bewilligung jede Hanfsorte säen, pflanzen und heranziehen" (V. Roschacher, Bundesanwalt). Der Druck, der auf die den einheimischen Hanf (sativa non-indica) anbauenden Bauern ausgeübt wird -von 180 im Jahre 1996 auf ein Dutzend geschrumpft- ist doppelt ungerecht, denn das schweizerische Gesetz läßt dies nicht zu.

Hanf ist in der Schweiz frei und seine Benützer, Bauern, Gewerbler, Kranke und Gesunde, sind eine identifizierbare Minorität.

Verfolgungen gegen Minoritäten sind in ihren Anfängen nie anonym und die 1993 in der Schweiz aufgekommene Hanfverfolgung macht da keine Ausnahme. Die Rubrik "CAVE..." stellt Leute vor, die gegen den Hanf aufgetreten sind oder heute noch auftreten. Ob hoher Entscheidungsträger oder bescheidener Beamte, alle hatten oder haben immer noch die Macht, ‚Halt' zu sagen. Aus persönlichen, karrierefördernden oder rein finanziellen Gründen, aus Angst oder aus Herdentrieb, mit illegitimen, zum Teil auch illegalen Mitteln agier(t)en diese Leute gegen den Hanf, oder schwiegen wenn sie reden mussten, und haben es so (provisorisch) fertiggebracht, den guten Hanf zu beschmutzen, aus der Gesellschaft zu verdrängen, zu ghettoisieren. Man schreibt ihnen die anstehende Revision des Betäubungsmittelgesetzes (BetmG) zu, welche die heutzutage bewilligungsfrei anbaubare Hanfpflanze zum schlechten, zum verbotenen Gut erklärt. Wie vor siebzig Jahren mit einem Gesetz Menschen zu Unmenschen, so wird heute mit der Revision die Hanfpflanze zur Unpflanze, die nicht mehr leben darf, dekretiert. Gleichzeitig wird einer Minorität fast so viel wie die Existenzberechtigung weggenommen, nämlich die verfassunggeschützte Freiheit, Gesundheit, Menschenwürde und Ausübung der bürgerlichen Rechte mit und um Hanf. Nicht wenige der Täter sind zugleich Opfer, denn sie müssen die Ungerechtigkeit volens nolens mittragen: "Ich will meinen Arbeitsplatz nicht verlieren" (eine Kantonsärztin).

Einige wissen, viele erahnen. Alle schweigen

In vielen Bereichen schon hat das Grüne Blatt den Gelben Stern ersetzt.

Einmal, vielleicht in fünfzig Jahren, gibt es eine Bergier-Kommission, die der Bevölkerung die ganze Wahrheit offenlegt, der Hanfverfolgung unschuldigen Opfer zusammenzählt, die Täter nennt. Heute macht es die ‚Rubrik ‚CAVE...'.


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