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Cave murem


Das Sprichwort "Wenn das Schiff sinkt, verlassen es die Ratten" bekam in Sachen schweizerischer, einheimischer Hanf (sativa non-indica) eine neue Wendung: "Wenn das Schiff segelt, besteigen es die Ratten". Kaum war das vom VSHF initierte Wiederaufleben des Hanfes seetüchtig geworden -Landwirte pflanzten den guten Hanf an, überall wurde er willkommen geheißen, es gab wohlwollende Presseberichte, die Hanfgegner waren machtlos- da erschienen schon die Hanfratten. Es geschah im Jahr 1996.

Hanfratten leben vornehmlich in der Stadt, in Kellergewölben oder Lagerhallen. Das Freie mögen sie nicht und damit auch nicht den naturgegebenen, mit Erde, Sonne und Wind gewachsenen Naturhanf. Kunstlicht- und Kunstdüngermarihuana, vermischt mit Nikotin, das ist ihre ganze Freude. Der deutschen Sprache nicht mächtig, arbeiten sie meist mit amerikanischen Namen. Bei ihnen sagt man nicht eine Ernte, sondern ‚eine grow'; nicht Acker, sondern 'Growraum'; nicht Grünpflanze, sondern ‚frisches Outdoor'. Was sie hochziehen und verkaufen nennt man in Deutschland ‚Marihuana', ‚Gras', ‚Skunk', sie nennen es aber ‚Hanf'. Die Polizisten und die normale Welt bezeichnen sie als ‚Kiffer' und ‚Hascher', aber die Hanfratten stellen sich in der Öffentlichkeit auch gerne als ‚Hanffreunde' vor und in den Titeln ihrer Zeitschriften ist auch immer das Wort ‚Hanf' enthalten. Auch die Schweizer Medien nennen das Rattengewächs ‚Hanf' und schreiben von den urbanen Hanfratten, es seien ‚Hanfbauern'. Ein Archiv haben die Ratten auch, mit der Liste von Kameraden, die vom Rattenfänger gefangen und vom Strafrichter verurteilt wurden. Mutig sind die Hanfratten nicht, denn hat der Richter mal gesprochen, sind sie weg von der Szene. Rekurse werden nicht erhoben, man ist froh mit dem Bedingten. In Lausanne beim Bundesgericht sieht man die Hanfratten nicht.

Von hanffeindlichen Polizei- und Verwaltungskreisen instrumentalisiert, wurden die Hanfratten immer zahlreicher, nahmen den Bauern den Platz weg, koordinierten sich, rafften was sie konnten und monopolisierten, dank rattenliebenden Journalisten, die hanfbezogene Medienberichterstattung (wie die Pornohefte in den Kiosks ebenfalls viel Raum einnehmen). Die Hanfratten brauchte und vermehrte die Polizei, um den guten Hanf wegzudrängen, ihn in Verruf zu bringen, indem man ihn mit dem Hanffratten-Gewächs verwechselte. Jahrelang ließ man sie gewähren, Zeit genug für sie, um die Schweiz mit gentechnisch-modifiziertem Marihuana und Haschisch zu überschwemmen, dann sagte man ‚stopp!'. Die erste Zürcher Hanfratte, die 1998 verurteilt wurde, bekam grösste Medienachtung, in der Tagesschau war großer Bahnhof. Das Wort ‚Pilotprozess' war in aller Munde. Dabei handelte es sich ja nur um eine nichtssagende, kleinwüchsige Hanfratte. Alle wichtigen Hanfratten der ersten Stunde wurden zwei Jahre später, nachdem sie die erwarteten Dienste geleistet hatten, neutralisiert. Sie waren nötig gewesen, um das gute Image des guten Hanfes zu zerstören. Die Operation dauerte ganze fünf Jahre, während denen die Hanfratten gewissen Polizisten bester Freund und Helfer waren. Ohne Hanfratten wären Razzien und sogenannte ‚Hanfläden' nicht möglich gewesen und ohne Razzien konnte kein Ausnahmezustand geschaffen werden und ohne Ausnahmezustand konnte keine Revision des Betäubungsmittelgesetzes eingeleitet werden und ohne Revision konnte die Hanfpflanze nicht verboten werden. Ohne Hanfratten wäre es nie zur BetmG-Revision gekommen.

Die Rubrik ‚CAVE MUREM' zeigt Hanfratten. Die ersten, die dicksten, sind ehemalige Mitglieder des VSHF. Sie wurden geschaßt oder ratterten selber davon. Die Quote der Ausländer und Eingebürgerten, besonders in den Anfangzeiten, ist auffällig groß, so auch der Groß-und Kleinkriminälen. Eine Präzisierung: Vierbeinige Ratten sind intelligente Wesen, die zweibeinigen Hanfratten sind es nicht. Der Beweis? Sie sind und bleiben fest überzeugt, daß das Gen-Hanfkraut, das sie verkaufen, illegal sei. Deshalb wollen sie eine Liberalisierung. In ihrer Sprache heißt das: "Liberalize it!". In Editorials wird über Rattzien geschimpft und die Polizei beschimpft, doch eine Andeutung auf das Gesetz, eine gesetzliche Richtlinie sucht man bei den Hanfratten vergebens. Das schweizerische Betäubungsmittelgesetz ist und bleibt für die Hanfratten ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch. Warum? Ganz einfach: "Wenn die Ignoranz sinkt, verlassen die Ratten den Hanf".




VSHF, Postfach, 9004 St.Gallen, Telefon/Fax: 071/672 62 40 Email: info@asac.ch