Communiqué vom 03.03.1999

Autor: VSHF















Geht an: Schweizerdeutsche Medien
   

Schweizer Premiere: Gerichtsverhandlung wegen 0,1 Gramm Hanfblättern schweizerischer Herkunft
   

Am 3. März 1999, um 10.30 Uhr, wird am Bezirksgericht, Aarau, über eine Menge von 0,1 Gramm „Betäubungsmittel” gerichtet.


Es handelt sich dabei weder um Haschisch, noch um indisches Hanfkraut (canapa indiana) – auch Marihuana genannt – , sondern einzig um Blätter einer einheimischen Hanfkrautpflanze mit niedrigem THC-Gehalt.


Laut gültigem Gesetz darf man nicht jemanden wegen Zehntelgrammmengen von „Betäubungsmitteln” vor Gericht zerren:


„Die Gerichte werden natürlich nicht nach Gramm definieren – so dumm sind die Leute nicht – , sondern sie werden von der Schwere der Droge ausgehen. Sie werden also nicht sagen:”1 Gramm Heroin, 1 Gramm Haschisch …””


(Stenogr. Bulletin der Bundesversammlung, NR, 1974, S. 1485)


Die im Kanton Aarau grassierende Kriminalität fremden Ursprungs ist nicht zuletzt auf die Vergeudung staatlicher Gewalt wegen nichtssagenden Lappalien zurückzuführen.