Brief an die Mitglieder:

Autor: Der Vorstand

Liebe Hanf-Freundin, lieber Hanf-Freund


Es ist Zeit für einen Rückblick. Vor gut 10 Jahren wurde der Verein Schweizer Hanf-Freunde und-Freundinnen von einer Hand voll unentwegter Menschen gegründet. Alle hatten Bauchweh. Bauchweh, weil ihnen missfiel, dass sie – ihrer Medizin/ihrer Vorliebe/ihres Brauches wegen – verfolgt wurden. Offiziellerseits wurden sie informiert, dass alles rechtens sei und es war allgemein verbreitete Meinung, dass der Hanfanbau und ebenso die Hanfkrautpflanze verboten sei. Alles, was im entferntesten nur mit Hanf zu tun hatte, wurde beschlagnahmt und verfolgt (gar Bücher).


Durch unsere Recherchen sind wir dann auf die Tatsache gestossen, dass das BetmG und die internationalen Abkommen lediglich den Handel und Verkehr mit Betäubungsmitteln beinhalten, nicht aber die ärztliche Betäubungsmittelverschreibung und auch nicht die private, nichtgewerbliche Produktion zur Eigenmedikation.


Verboten wurde ja auch nicht die Hanfkrautpflanze (siebe oben), sondern es wurden die gewerbsmässige Produktion von und der Handel mit Betäubungsmitteln mittels Gesetz unter Kontrolle gestellt, sowie die gewerbsmässige Produktion von Haschisch und Heroin für den nicht-ärztlichen Gebrauch verboten. Betäubungsmittel sind, wie das Gesetz in Art. 1 definiert, abhängigkeits-, also suchterzeugende Stoffe und Präparate. Hanf ist aber weder Betäubungsmittel, noch Stoff, noch Präparat und auch nicht abhängigkeitserzeugend.


Wir Hanf-Freunde/innen wissen – nicht erst seit Jack Herer‘s „Hanf“ — dass Hanf gut ist und dass niemand das Recht hat, eine gottgegebene natürliche, nützliche Pflanze — („Im Namen Gottes des Allmächtigen “— Präambel der Bundesverfassung) —‚ die zudem niemandem schadet, zu verbieten.


Folglich muss da ein Interesse dahinter stehen, dass die Hanfkrautpflanze auf der ganzen Welt in Verruf gebracht wurde. Diese Interessen wurden von Jack Herer und in den VSHF-Hanfblättern beschrieben und die Gesetzesmaterialien legen ein beredtes Zeugnis davon ab. So gibt es auch in der Schweiz einige, die alles daran setzen, um die Wahrheit nicht öffentlich werden zu lassen: Die Medien, die versagen; einige Politiker, weil sie sich profilieren können; Polizei, Richter und Staatsanwälte, weil sie viel Arbeit bekommen durch steigende Kriminalisierung und Kriminalität und zudem in der breiten Bevölkerungsschicht an Ansehen gewinnen; die Mediziner, weil sie an der Wahrheit nicht verdienen, Kranke bringen Geld; keiner hat ein Interesse an der Wahrheit — ganz genau wie zu Galileos Zeiten…


So auch die DROLEG. Die DROLEG wurde von Kreisen (Sozialarbeiter), die ein professionelles, saläfsicherndes Interesse an der Prohibition haben, lanciert und von der SP und den Grünen unterstützt. Die DROLEG-Initiative übersah, dass ihrem Begehren auf Konsumfreiheit in Sachen Hanf schon entsprochen ist:


Tatsächlich ist im BetmG nicht alles verboten, was mit Hanfkraut zu tun hat: Verboten ist die gewerbliche Herstellung, der Handel und der Verkehr mit folgenden, sogenannten Betäubungsmitteln: Harz (Haschisch), Tinktur, Extrakt, Öl. Verboten ist ebenfalls die private Herstellung und der Konsum als Genussmittel von Harz, Tinktur, Extrakt oder Öl. Hingegen steht es jedem frei, sich seine eigenen Heilmittel herzustellen und zu konsumieren, also auch Harz, Tinktur, Extrakt und Öl. Jedermann ist es also freigestellt, zur Eigenmedikation Hanfkraut anzubauen, um daraus Harz, Tinktur, Extrakt oder Öl zu gewinnen, solange diese Produkte nur zu privaten, eigenen Heilzwecken sind.


Die Mediziner ihrerseits dürfen und müssen, wenn es der Gesundheitszustand des Patienten gebietet, Hanf-Arzneimittel abgeben — so das gültige schweizerische Gesetz.


Somit konnte der VSHF auch die DROLEG nicht unterstützen, denn sie war eine weitere Mogelpackung auf dem Weg zur vollständigen „Verdammung“ des Hanfs (Gleichsetzung mit dem Betäubungsmittel Heroin auf Verfassungsebene!).


Der VSHF hat sich aus all diesen Überlegungen seinen eigenen Weg gesucht und das Gesetz eingehend studiert. Hanf ist frei, sagt das Gesetz. Wir wollen, dass das Gesetz angewendet wird. Und auf diesem Weg sind wir (noch) allein. Wie sagte schon jemand vor 2000 Jahren: „Es gibt keinen Blinderen als den, der nicht sehen will“?


Wenn ein Land nicht bereit ist, die eigenen Gesetze (und die augenfällige Wahrheit) anzuerkennen und durchzusetzen und die Rechte der Bürger dem Ausland verkauft, wenn die Bürger nicht glauben und nicht sehen und die Medien die Wahrheit verkennen, dann ist es Zeit zu gehen – da brauchen wir keine weiteren Gesetze und keine weiteren Verfässungsartikel. Da brauchen wir keine weiteren Worte zu machen. Wir haben geschrieben und gesagt – mehr als zehn Jahre lang. Wir haben den Hanf vereins-statuten-konform zurückgebracht. Wir haben unsere Arbeit getan; die Wahrheit gesagt. Und wer denken kann, der sehe (im BetmG) und wer hören will, der fühle!


Da der Hanf vom VSHF zurückgebracht worden ist, sollte der VSHF im letzten Dezember aufgelöst werden, weil ja das statutarisch festgesetzte Ziel erreicht worden ist. Aus der Überlegung heraus, dass in diesem Jahr — 1999 — doch noch einige Dinge zu erledigen sind, wird der Verein einstweilen fortgeführt. Vielen Dank Euch Hanffreunden und -freundinnen, die Ihr mit Eurer Mitgliedschaft Teil des historischen Ereignisses — die Wiederbelebung der Hanfkultur im dafür einzig noch möglichen Land, der Schweiz — sind.


Beiliegend erhalten Sie ein schönes Poster mit der Schweizer Hanf-Kuh (zu bestellen für Fr. 7.— /Stück + Fr. 3.— Porto), einige sehr nützliche und erfolgversprechende Musterverteidigungen, sowie Lesenswertes über Hanf und das BetmG. Vergessen Sie nicht: Im März ist der Mitgliederbeitrag einzuzahlen.


Mit best-hanfenem Gruss


Der Vorstand


PS: Seit diesem Jahr bekommen alle Polizeikommandanten und Staatsanwaltschaften die Mitgliederpost zur Kenntnisnahme zugestellt. So wissen die Behörden, was die VSHF-Mitglieder wissen – und umgekehrt – , und das ist gut so.


Brief

Der Vorstand