Brief an Bundesanwalt Valentin Roschacher

Autor: RA Jean-Pierre Egger






Offener Brief


An Herrn
Valentin Roschacher
Bundesanwalt
Taubenstrasse 16
3003 Bern


 






„Insbesondere müsse Bundesrätin Metzler dafür sorgen,
dass im Umfeld der Bundesanwaltschaft wieder rechtsstaatliche
Verfahren angewendet würden“.
(Ständeratspräsident Carlo Schmid, “AG-Zeitung”, 12.2.2000)
 
 


Werter Herr Bundesanwalt
 
Heute treten Sie Ihre neue Stelle an, aber sind Sie am richtigen Platz?


Wir, Hanffreunde, sagen nein.


Wir kennen Sie ja gut: Vor drei Jahren schrieben Sie uns, dass Sie sich, BAP-Beamter, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten einsetzen werden, um den einheimischen Bauernhanf (sativa) “verbieten zu lassen“. 


Es ging Ihnen darum, dem einzigen Land auf der Erde, der Schweiz, wo die Hanfpflanze noch frei ist, diese Freiheit wegzunehmen. Das war allerdings ein schwieriges Unternehmen, denn der Bauernhanf ist frei, es bauten ihn um die 150 Bauern an und alles verlief in bester Ordnung und Ruhe.


Also war es zuerst nötig, den Bauernhanf in Verruf zu bringen. Zu diesem Zweck hat man in einigen wenigen Kantonen, wo Sie Gesinnungsgenossen haben (ZH, GR, AG, TG, SO, TI), ganze Banden in- und ausländischer Delinquenten unterstützt, sie unter dem Deckmantel von Hanf massenhaft hochgezüchtetes Marihuana und Haschisch produzieren und verkaufen lassen, um so die erwünschte Notsituation zu erschaffen (siehe VSHF-Communiqué vom 16.11.98 und 17.11.1998).
Dann startete man die Razzien, berief die Medien ein, die Ihnen alles glaubten, ja sogar dass 1998 in der Schweiz auf 210 ha „über 100 Tonnen Betäubungsmittel“ hergestellt worden seien (1’500 ha wären dafür nötig gewesen!). Ein Schauprozess wird inszeniert (Hiltebrand / ZH) – die Tagesschau hilft kräftig mit – und schon liegt heute der Entwurf einer BAG-Verordung vor, die die Hanfpflanze zum „verbotenen Betäubungsmittel“ erklären soll.


Als BAP-Beamter betrieben Sie mittels bewusst instrumentalisierten Vorurteilen Meinungsmanipulation, mit dem Ziel, die schweizerische Gesundheits- und Hanfpolitik an die strategischen Ziele der USA, Ihr Musterland, anzupassen. Niemand stoppte Sie.


Tief beeindruckt erhob Sie Bundesrätin Metzler zum Bundesanwalt…


Es ist voraussehbar, dass Sie als Bundesanwalt versuchen werden, in Sachen Hanf eine repressive Rechtsentwicklung zu vollziehen, die den landeseigenen Interessen widerspricht.


Wird unser offener Brief dies verhindern können?


Höflichst


Der Präsident















Jean-Pierre EGGER
 
 
 
 
 
 
 

Herrn
Valentin Roschacher
Leiter der Zentralstelle
für Betäubungsmittel
Bundesamt für Polizeiwesen
Bundesrain 20
3003 BERN


7155 Ladir, 9. Oktober 1996
 

 
 
 
 
 
 
 
Betrifft:
BRÜCKENBAUER vom 3. Juli 1996
„Worte der Woche“
  
  
„Es ist massiv viel Ware im Land. Soviel wie selten zuvor.“
Valentin Rorschacher, Leiter der Zentralstelle Betäubungsmittel des Bundes.


Werter Herr Rorschacher,


“Es ist massiv viel Ware im Land. Soviel wie selten zuvor“, sagen Sie in der oben erwähnten Zeitschrift.


Dem ist beizufügen: “Weil es bei der Zentralstelle für Betäubungsmittel massiv viele Dummköpfe und Amerikagehörige gibt”. Soviel wie selten zuvor.
 
 
  
Mit höflichem Gruss



 


“Der Name FBI ist immer noch magisch.” V. Rorschacher, Schweizer Illustrierte Feb. 2000