Communiqué vom 21.12.2001

Autor: VSHF


Der einheimische Agrar- und Industriehanf freigesprochen


Bundesrichter Schubarth desavouiert


 


 


In Murten vor dem Einzelgericht stand heute ein Landwirt, der 1995 angefangen hatte, mit dem VSHF einheimischen Agrar- und Industriehanf, alias Bauernhanf  (sativa non-indica)  anzubauen und als Linderungstee zu verwerten und verkaufen.Die Staatsanwalt- schaft hatte 3 Monate Gefängnis, 1000 Franken Busse und Einziehung des Gewinns von 20’000 Franken verlangt – geblieben sind ein Freispruch und alle Kosten an den Staat.


 


Wäre das Murtener Gericht der Rechtssprechung des Bundesgerichts gefolgt, hätte es einen Schuldspruch gegeben. Am 13. März 2000 hatte nämlich der von Martin Schubarth präsidierte Kassationshofs entschieden, dass eine Hanfpflanze, sobald ihr Gehalt an Gesamt-THC höher als 0,3 % ist “ein Betäubungsmittel ist, das nicht mehr in Verkehr gebracht werden darf”. Laut Analysen der eidgenössischen Versuchsanstalt Reckenholz liegt beim einheimischen, vom VSHF verbreiteten Bauernhanf  der Gesamt-THC Gehalt zwischen 1 bis 2,5 %. Zum Vergleich: Indisches Hanfkraut, alias ‘Marihuana’ hat 10 – 20 % Gesamt-THC. 


 


Nicht einverstanden mit der 0,3 %-Norm sind das Bundesamt für Gesundheit:


Beim Hanftee gibt es unter 4 % Gesamt-THC keine Wirkung” und die Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin: ” Eine Herabsetzung auf 0,3 % macht toxikologisch wenig Sinn”


 


Es ist eine Tatsache, daß keiner der Bundesrichter ein fundiertes Wissen über die Hanfthematik und THC hat und sich der Kassationshof in diesem Umfeld ganz auf seine  Mitarbeiter verlassen muss. Die 0,3 %-Norm ist nicht einer human-toxikologischen Studie entnommen, sondern stammt aus einer Verordnung über die Auszahlung von Subventiongelder in der Landwirtschaft, die zur Zeit der Europäischen Wirtschaftgemeinschaft (EWG) erlassen worden ist und später vom Bundesamt für Landwirtschaft im Zuge der EU-Normierung adoptiert wurde.


 



VSHF