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Autor: VSHF

Antrag des Vereins Schweizer Hanffreunde/innen (VSHF)
(17. ordentliche Mitgliederversammlung der AUNS, 11. Mai 2002, Bern)
 
Es geht bei diesem Antrag um etwas Wichtiges für unser Land, für seine Sicherheit, für seine Unabhängigkeit. Unabhängigkeit und Sicherheit werden in unseren AUNS-Statuten gross geschrieben. Es geht um die Sicherung von Rohstoffzufuhr für den Wirtschaftsstandort Schweiz. Es geht um eine jahrhundertlang bewährte Ackerpflanze, vor drei, vier Generationen noch jedem Bauer und Gewerbler bekannt;  Zitat aus dem „Bündner Monatsblatt“ (1932): „Dem Hanfplätz wird mehr Sorge getragen als dem zur Anpflanzung der Brotfrüchte bestimmten Boden“. Es geht, auf den Punkt gebracht, um Anbau und Nutzung von einheimischen Hanf, von Bauernhanf. Während der Wahlen-Anbauschlacht im Zweiten Weltkrieg musste der einheimische Hanf obligatorisch angebaut werden und Bundesrat Minger von der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB) ging Hanffelder inspizieren. Bauernhanf war also nötig für die Sicherheit und die Unabhängigkeit der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Unabhängigkeit und Sicherheit werden in unseren AUNS-Statuten gross geschrieben und einheimischer Bauernhanf erfüllt diesen Wunsch, heute, vor 60 Jahren wie auch schon während Jahrhunderten zuvor und morgen noch. Bauernhanf wird vom Verein Schweizer Hanffreunde/innen seit 1993 wieder angebaut. 1996 gab es 180 Landwirte, die Bauernhanf anbauten. Leider sind im Schlepptau des Bauernhanfs zwielichte Individuen aufgetaucht, die in parasitärer Weise sogenanntes Marihuana , sprich indisches Hanfkraut anbauen, Haschisch produzieren. Das hat Probleme gegeben. Wichtig ist also die Unterscheidung zwischen einheimischem Bauernhanf und indischem Hanfkraut.


In diesem Sinne reichten am 13. Dezember 1996 die Nationalräte A. Baumann, Wyss, Binder, Ehler, Hess, Kühne, Kunz, Maurer, Oehrli, Randegger, Ruckstuhl, Sandoz, Seiler, Tschuppert, Weyeneth folgende Motion ein:


„Der Bundesrat wird eingeladen, in strafrechtlich verbindlicher Form einen Grenzwert für den THC-Gehalt festzulegen, ab welchem Hanfpflanzen unter der Kategorie ‚zur Betäubungsmittelgewinnung’ fallen“.


Die Motion wurde, weil unbearbeitet geblieben, nach zwei Jahren abgeschrieben.


Weil heute ein strafrechtlich verbindlicher Grenzwert aktueller und inhaltlich wegweisender denn je ist – von wegen Revision des Betäubungsmittelgesetzes – wird der Antrag gestellt, es möge die Generalversammlung den damaligen Vorschlag der Nationalräte als gut befinden, weil eine gute Regelung des einheimischen Bauernhanfs zur Wahrung der wirtschaftlichen und rohstoff- verbundenen Unabhängigkeit der Schweizerischen Eidgenossenschaft sehr viel positives bei- trägt. Dem Vorstand möge sodann der Auftrag gegeben werden, alles im Bereich des Möglichen zu tun, um zusammen mit dem VSHF den Vorschlag mit Öffentlichkeitsarbeit einem breiten Publikum bekannt zu machen und für ihn speziell bei den Nationalräten/innen zu werben, weil sie ja im nächsten Herbst über die Revision befinden werden.


Gründe, um den Antrag gutzuheissen, gibt es vier:


1)
Es geht um die Rettung unseres schweizerischen Bauernhanfs, um den mitteleuropäischen, einheimischen Industrie- und Agrarhanf, alias Sativa (Lateinisch für Bauer-, Acker-, Saat-). Die Schweiz ist das letzte und einzige Land in der Welt, wo der Bauernhanf noch frei ist. Weil der Bauernhanf in der EU ab 1970 überall und radikal verboten wurde, ist unser Hanf heute nicht EU-konform. Im Rahmen der auch in anderen Bereichen forcierten EU-Anpassung schrieb uns im Jahre 1994 das europhile Bundesamt für Landwirtschaft dem Sinne nach folgendes: In Sachen Hanf wird nicht mehr das geltende schweizerische Gesetz angewendet, sondern die EU-Gesetzgebung mit obligatorischen Samen, Kontrollstellen, restriktive Sortenliste, kurz gesagt: Der einheimische Bauernhanf soll planta non grata werden. Heute ist es soweit: Die Dreifuss-Gesetzesrevision ist keine Liberalisierung – ausser für Haschisch -, weil sie, damit der Weg zur EU frei bleibt, die einheimische Hanfpflanze zum „gefährlichen Betäubungsmittel ’”– so die gesetzliche Definition – erklärt und ganz verbietet. Dabei verloren geht eine Tradition, die seit 1291 währ, ein ganzes Stück Schweiz und ein Heil- und Lebensmittel für die Schweizer und Schweizerinnen, ganz besonders auch ein wertvoller Rohstoff für den Wirtschaftsstandort Schweiz: „Ein Schweizer Monopol auf das grüne Gold“ schreibt die Wirtschafts-Zeitschrift ‚Cash’.


2)
Ständerat Maissen, Graubünden, hat im Ständerat (Wintersession 2001) klar gesagt, dass der einheimische Bauernhanf nicht zu den Betäubungsmitteln gehört. Herr Maissen ist diplomierter Agronom ETH; Zitat: „Es geht hier um den Bauernhanf. Diese Pflanzen sind vielseitig nutzbare Pflanzen. Ich gehe davon aus, dass Bauernhanf erlaubt ist. Man weiss, in welcher Grössenordnung sich der THC-Gehalt des Bauernhanfs bewegt – im Bereich von 0,5 bis 2 Prozent, kann aber auch bis 3% gehen. Ein solcher Gehalt ist aber für die Herstellung eigentlicher Drogen nicht interessant“. Der Plan, unseren harmlosen Bauernhanf der EU-Integration zu opfern, sprich zu verbieten, kann erfolgreich durchkreuzt werden. Indem man den von Ständerat Maissen, von den Bauern und vom Gewerbe erwünschten 2,5 % -Grenzwert im Gesetz verankert. Dank dieser formell kleinen, aber inhaltlich äusserst wichtigen Präzisierung ist unser Bauernhanf, weil er in der Regel unter 2,5% verbleibt, gerettet!


3)
Im Ständerat wurde wiederholt betont, dass „Man hält sich an das objektive Kriterium des THC-Gehalts“ (Ständerätin Beerli) und „Cannabis ist bis zu einem bestimmten Gehalt an THC nicht als Betäubungsmittel anzusehen, weil er keine betäubende Wirkung hat“ (Ständerätin Forster). Laut Wissenschaft und dem für human-medizinische Belange zuständigen Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG) liegt das objektive Kriterium des THC-Gehalts über 2%. Unter 2% spürt man nichts; Zitat BAG: „ Ein Kraut führt beim Rauchen erst etwa ab einem Gehalt von etwa 2% ‚Gesamt-THC-Gehalt’ sicher zu einer ‚berauschenden Wirkung“. Beim Essen und Trinken ab 4%“. Gefragt von den sogenannten ‚Kiffern’ ist das indisches Hanfkraut, alias ‚Marihuana’ (10 bis 23 %) und nicht unser Bauernhanf. Dieser ist mit seinem natürlichen Gehalt von 0,5 bis 2 % im Effekt vergleichbar mit Apfelwein (1% -3 % Alkoholgehalt), er ist also praktisch wirkungslos. Demnach kann von Betäubung keine Rede sein, sonst hätten dies unsere Väter schon selber gemerkt und Massnahmen getroffen. Zitat Maissen: „Ich gehe davon aus, dass jene Pflanzen, die einen THC-Gehalt von weniger als 2,5% haben, nicht unter die Betäubungsmitteldefinition fallen“.


Im den strengen USA liegt der strafrechtlich relevante Gehalt bei 1,5 %. Laut Bundesverwaltung hingegen ist ein Gehalt 0,3 % entscheidend; Zitat Beerli im Ständerat: „Im Entwurf der Verordnung ist 0,3% vorgesehen“. Die 0,3%-Norm hat aber mit der Schweiz und mit dem Betäubungsmittelgesetz nichts zu tun, sondern mit einem Anschluss an UNO- und EU-Regelung; Zitat Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin: „Die O,3-Norm macht aus forensisch analytischer Sicht wenig Sinn“. Sie ist im Zug der EU-Annäherung mir nichts dir nichts von der EWG-Gesetzgebung, Jahr 1984, herübergenommen worden und hat zum Ziel, den gottgeschaffenen Hanf zu verdrängen. Mit der geplanten Revision wird nämlich der gute Bauernhanf, weil er von Natur aus immer mehr als 0,3% hat, dem ‚Marihuana’ gleichgestellt und verboten. Ein wahrlich böser Trick…


4)
AUNS-Präsident hat uns geschrieben: „Es ist mir bekannt, dass man in der Schweiz betreffs Hanf die EU-Gesetzgebung übernehmen und anwenden will. Ich habe dem Bundesamt für Landwirtschaft dargelegt, dies sei nicht notwendig. Man sagte mir, man werde diese Tatsache bei den bilateralen Verhandlungen als Trumpf ausspielen. Was es damit auf sich hat, ist für mich allerdings fraglich. Es gehört eben zum Kleinmut dieser Kreise, dass man meint, alles was in der EU getan wird, müsse auch von der Schweiz übernommen worden. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, dass wir unserem Land seine Unabhängigkeit bewahren“. Mit Hanf!
 
„Wer Hanf heut baut mit fleiss’ger Hand,
Hilft selbst sich und dem Vaterland“


Dieser Vers ist genau sechzig Jahre alt, geschrieben 1942 vom Reichsnährstand, Berlin. In bewegten Zeiten hilft eben das Bewährte, das Eigene. Guter Beweis dafür ist folgende Gegebenheit: Am 3. Juni 1994 erklärte US-Präsident Clinton den Hanf sativa non-indica, kurz Bauernhanf, zum ‚strategic crop’ (Exec. Order Nr.12,919,59 Fed. Reg. 29,525, 1994), das heisst zur strategisch-landeswichtigen Ackerpflanze, und es wurden einige Dutzend Säcke Sativahanfsamen – Sativa -, nicht Hybridhanf – in militärischer Sicherheit gebracht. In der ganzen Welt sind wir die einzigen, die diesen wertvollen (und deshalb verfolgten) Rohstoff, den ‚strategic crop’, nicht nur in Form von Samen in unterirdischem Lokal, sondern unter freiem Himmel auf unseren Äckern, seit acht Jahren wieder, haben. Und die fertigen Hanfprodukte lassen sich in der ganzen Welt exportieren. Wie gestern, so also heute noch: Der Bauernhanf hilft allen, den Bauern, dem Gewerbe und den Bürgern. Lassen wir ihn uns also nicht wegnehmen, unseren Industrie- und Bauernhanf, den einheimischen Sativa, dieses grüne Gold auf dem Feld!


Die Hanfpflanze ist auch eine Heilpflanze. So schreibt uns der Präsident der Ballenbergstiftung der Schweizer Drogisten: „Selbstverständlich werden wir ab sofort im Kräutergarten Ballenberg dem Hanf einen gebührenden Standort einräumen. Wenn Sie uns dazu möglichst bald entsprechende Samen vermitteln können, sind wir Ihnen sehr dankbar. In einer zweiten Aktion werde ich mich für ein Hanf-Anbaufeld einsetzen“. Unterstützt wird der einheimische Bauernhanf durch die Junge SVP-Schweiz, die Hanftee an 2500 Persönlichkeiten schickte. Reklamationen gab es keine. Ein über alle Zweifel erhabener Mann, Hanspeter Seiler, SVP-Nationalrat und Ballenberg-Verwaltungsratspräsident, hat Hanftee und Hanfschlafkissen beim VSHF eingekauft und ihm anlässlich eines gerichtlichen Siegs zu Gunsten des Bauernhanfs „Ich gratuliere zum Erfolg! Bravo!“ gefaxt.


Junge SVP, Ballenberg und ein alt-Bundesversammlungspräsident sind genügender Beweis dafür, dass der Schweizer seinen Bauernhanf vom indischen Hanf gut zu unterscheiden weiss, so gut wie einen Boskop von einem Mango. Es ist radikal nicht die gleiche Sache! Jedoch, lass uns diesen Unterschied, der Sicherheit wegen in den heutigen bewegten Zeiten, doch noch deutsch und deutlich ins Gesetz verankern lassen, und zwar in der Form eines strafrechtlich verbindlichen Grenzwerts, wie es die oben genannten Nationalräte haben wollten. Ihrem legitimen Wunsch sei entsprochen. Als dass der Bauernhanf uns erhalten bleibt. Und mit ihm ein gutes Stück Unabhängigkeit und Sicherheit für die Schweizerische Eidgenossenschaft. Dazu verhilft und dafür bürgt der Antrag, der heute zur Annahme empfohlen wird.


Mit Dank im voraus für die Unterstützung!


VSHF