Communiqué 23.09.2002 (1. Teil)

Autor: VSHF

Warnung vor ‚Gesundheit Sprechstunde’


Irreführung der Leserschaft

In der Ausgabe vom 13. September 2002 bringt ‚Gesundheit Sprechstunde’ einen Beitrag über die therapeutische Anwendung von Cannabis (Hanfkraut). Der Beitrag ist in jeglicher Hinsicht, besonders juristisch und medizinalisch, irreführend. Juristische Abtrusitäten werden geboten, wie z.B. dass der Konsum von Cannabis-Produkten seit 1951 verboten sei (das Konsumverbot von Betäubungsmitteln wurde 1975 eingeführt) oder dass die Hanfpflanze für medizinische Anwendungen freigegeben werden müsste (die Hanfpflanze ist im Gesetz unerwähnt, ist also in der Verwendung frei). Hanfkrautpräparate waren bis 1998 auf der offiziellen Liste der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel (IKS) vermerkt (siehe Beilagen,unten). Hanfkrautmedikamente abgeben kann in der Schweiz jeder zugelassene Mediziner (siehe unten: Bestätigung Bundesgericht und FMH).

Weitaus schlimmer sind die vielen Falschinformationen in Sache Therapie. ‘Gesundheit Sprechstunde’ verschweigt die therapeutischen Eigenschaften des Hanfkrauts: Nicht die gebräuchlichen, bewährten, kostengünstigen und legalen Anwendungsmöglichkeiten des Hanfkrauts, wie Extrakte und Tinktur, werden beschrieben, sondern es wird ein nord-amerikanisches Synthesepräparat, das ‚Marinol’, vorgestellt, dem Hanf gleichgestellt und als Hanfmedikament gepriesen. ‚Marinol’ enthalte die Hauptwirkstoffe von Cannabis, schreibt der Autor, Martin Schuppli. Dem ist jedoch nicht so: ‚Marinol’ ist wirkungslos für die Mehrzahl der Indikationen, bei denen Hanfkrautmedikamente günstig wirken, denn ‚Marinol’ enthält keinen einzigen Wirkstoff von Cannabis, sondern nur das synthetisch hergestellte delta-9-Tetrahydrocannabinol, ein Halluzinogenwirkstoff, welcher nicht zu den therapeutischen Wirkstoffen des Hanfkrauts gehört (Hanfkrautmedikamente wirken nie halluzinogen). Der Wirkstoff des Hanfkrauts ist nicht THC, sondern das Harz (Art. 1 BetmG), die Trägersubstanz von vielen mit- und untereinanderwirkenden Stoffen.

Der von ‘Gesundheit Sprechstunde’ kontaktierte VSHF hatte vor oberflächlichen und falschen Kenntnissen gewarnt, leider ohne Folgen. Der Autor  besitzt keine fundierten Kenntnisse, sondern überbringt nur die gesteuerten Informationen, die er bekommen hat. So wird im Artikel behauptet, dass die Schweizer Ärzteschaft kein Hanfkraut und keine Hanfkrautprodukte verabreichen dürfe und dass in der Schweiz keine Hanfkrautmedikamente zugelassen seien. Dem ist nicht so: Bis 1998 standen die Hanfkrautmedikamente auf der Liste A der IKS und sie wurden von den Krankenkassen bezahlt. Gesetzlich sind sie heute rezeptfrei in jeder Apotheke oder Drogerie erhältlich (siehe unten).


 


VSHF


 







 


Lettre du Tribunal fédéral Suisse
Lausanne, le 8 avril 1998


Cher Monsieur,


Votre lettre du 8 avril 1998 m’est bien parvenue.


(…)


Les préparations ayant des effets du type cannabique sont considérées, en droit suisse actuel, comme des stupéfiants (art. 1 al. 1 LStup). Les stupéfiants peuvent en principe être dispensés aux conditions fixées par les art. 9 à 11 LStup, ainsi que par les dispositions d’application. Dès lors que des substances très actives, comme les préparations de type morphinique, peuvent être médicalement prescrites, je ne vois pas d’objection à ce que des préparations de type cannabique puissent l’être également à la condition que leur valeur thérapeutique (pour atténuer la souffrance) soit scientifiquement reconnue. Il s’agit de déterminer si la prescription de telles préparations est justifiée par l’exercice, conforme aux prescriptions, des professions médicales visées par l’art. 9 al. 1 LStup ; selon la formule de l’art. 11 al. 1 LStup, les médecins et les médecins vétérinaires sont tenus de n’employer, dispenser ou prescrire les stupéfiants que dans la mesure admise par la science. Il appartient à la science médicale de déterminer si les produits que vous évoquez sont généralement efficaces, dans quel cas et dans quelle mesure ils peuvent être prescrits, quels en sont les effets indésirables et s’ils présentent de l’intérêt par rapport aux substances déjà disponibles sur le marché. Sur l’ensemble de ces questions scientifiques, je n’ai pas d’opinion. Il appartient à la science médicale de dire maintenant si elle admet ou non un tel traitement.


Ces quelques remarques n’ont pas pour but d’amorcer une discussion que je ne souhaite pas poursuivre en l’état, mais seulement de vous montrer le peu d’informations que je pourrais donner à ce stade.


Je vous adresse, cher Monsieur, mes salutations distinguées.


Bernard Corboz, Juge fédéral





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Fortsetzung folgt in Communiqué 23.09.2002 (2. Teil)