Communiqué 22.12.2004

Autor: VSHF

Posieux/RAP: THC-Spritze für eine Milchkuh



Im 2. Weltkrieg wurde er zum Zweck der Landesversorgung obligatorisch angebaut: Der mitteleuropäische Hanf (sativa non-indica, zweihäusig) ist heute eine flächenbeitragsberechtigte Ackerkultur (Code 533), eine dürreresistente, im Futtermittelbuch erwähnte Futterpflanze mit hohem Nährwert, das von Tier und Tierhalter geschätzt wird.



Heimischer Futterhanf ist aber gefährlich,“ erklärt M. Hardegger, Sachbearbeiter im BLW. „Unter kontrollierten Bedingungen konnte gezeigt werden, dass das in der Hanfpflanze enthaltene THC durch die Speiseröhre direkt in Milch und Fleisch übergeht“. Den Futterhanf will man jetzt im BLW auf die Fütterungs-Verbotsliste setzen, zusammen mit „Kot, Urin, behandelte Häute, Klärschlamm, Abfälle, Blutmehl, usw.“ (Futtermittelverordnung, Anhang 4).



Zu diesem Zweck wird oder wurde Bundesrat Deiss ein generelles Hanffütterungsverbot, in Kraft ab 1. März 2004, zur Unterschrift vorgelegt.



Wissenschaftler wissen aber: Von Natur aus gibt es in der Hanfpflanze kein THC. THC entsteht nämlich erst ab 230° Hitze Celsius ( z.B. beim Rauchen), eine in der Tierfütterung nie erreichte Temperatur.



Wie konnte es laut BLW beim Hanffressen zu THC gekommen sei? Eine anonym bleiben wollende Person erklärt: „In Posieux verabreichte man einmal einer Kuh eine Kapsel gefüllt mit 650 mg synthetischem THC, das war alles. Eine praxisnahe Verfütterung mit Hanfbestandteilen hat nicht stattgefunden“.



Unabhängige Prüfstellen kommen zum Schluss, dass eine Hanffütterung risikolos ist.



VSHF