Stenografische Bulletins der Bundesversammlung

Autor: VSHF










(Ständerat), 28. November 1974,
Nationalrat, 2. Oktober 1974

(Ständerat), 28. November 1974, S. 595
“In der Kommission konnten wir erfahren, dass die verantwortlichen Leute des Gesundheitsamtes keinerlei Freude an einer solchen Kompetenz haben und dass sie sich der Probleme, die damit verbunden sind, durchaus bewusst sind. Die Kommission ist trotz aller Bedenken mit 4:2 Stimmen dazu gekommen, diese Möglichkeit zur Verwendung von Heroin zu medizinischen Zwecken im Gesetz nicht auszuschliessen, also in Absatz 5 den Buchstaben b einzufügen, und zwar nachdem Herr Bundesrat Hürlimann als zuständiger Departementschef die ausdrückliche Erklärung abgegeben hat, dass in den Vollziehungsvorschriften die Bedingungen für die Abgabe solcher Ausnahmebewilligungen sehr streng umschrieben werden.”
Sten. Bull. der Bundesversammlung 


(Nationalrat, 2. Oktober 1974, S. 1461)
“Ich konnte während der Beratungen mit dem Direktor des Gesundheitsamtes, Herrn Dr. Frey, die Frage noch aus der medizinischen Sicht besprechen. Es ist richtig, dass namhafte Ärzte diesen Vorschlag unterstützen. Wir sind aus diesem Grunde bereit – weil das im Interesse der Medizin liegt, vor allem bei der Behandlung von schwer Krebskranken – in Absatz 5 ausser Buchstabe c auch noch Buchstabe b zu erwähnen. Wir sind damit einverstanden, die Anwendung des Heroins zur medizinischen Anwendung zu erwähnen.”
Sten. Bull. der Bundesversammlung 


(Nationalrat), 1. Oktober 1974, S. 1430
“Der Bundesrat ist aber nicht bereit – ich sagte es schon in der Eintretensdebatte -, durch weitreichende Bundesbeiträge die Kantone in einem Gebiet, das eindeutig in ihren Kompetenzbereich gehört, zu unterstützen, um so weniger als voraussichtlich durch die Revision des Verfassungsartikels über die Kranken- und Unfallversicherung den Kantonen neue Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden. Das Gesundheitswesen ist – das hat man im Zusammenhang mit dem Kranken- und Unfallversicherungsartikel in der Verfassung immer wieder betont – eine Domäne der Kantone.”
Stenogr. Bulletin der Bundesversammlung 


(Ständerat), 20. Juni 1951, S. 328
“Wenn im Jahre 1924 noch Zweifel darüber bestehen konnten, ob die Toxikomanie ein Laster oder eine Krankheit darstelle, dann bestehen heute medizinisch diese Zweifel nicht mehr; es wird keinen Mediziner geben, der heute noch die Behauptung wagt, dass Toxikomanie keine Krankheit darstelle, und zwar wirklich eine bösartige Krankheit. Das ist heute medizinisch allgemeingültige Auffassung geworden. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass in medizinischen Kreisen die Trunksucht auch als Krankheit angesprochen wird, dass z. B. die wissenschaftliche Subkommission der Alkoholbekämpfungskommission sich auf diesen Boden stellt und sich bei den Krankenkassen bemüht, die Heilung der Trunksucht auch der Krankenkassenleistungen teilhaftig werden zu lassen.”
Sten. Bull. der Bundesversammlung