Communiqué 22.02.2010

Autor: VSHF

St. Gallen: Erster Staatsanwalt ist Hanffreund des Monats
SG-Bauern schnaufen auf: Aufnahme eines Anti-Cannabis-Grenzwertes


 


Der Kanton St. Gallen hat auf den 1. Januar 2010 eine Meldepflicht für Hanf eingeführt, jedoch mit einem wesentlichen Mangel: Der THC-Grenzwert wurde vergessen. Der Grenzwert ermöglicht die Unterscheidung zwischen dem THC-tiefen Hanf¹ und dem THC-hohen Hanf² (Cannabis, Marihuana).


 


Bis letztes Jahr fehlte dieser Grenzwert, die Polizei schreitete deshalb immer wieder ein. Offizielle Hanfsorten mit wenig THC wurden zerstört, klagt der Schweizerische Bauernverband: „Für die betroffenen Landwirte war dies ein herber Verlust, hatten sie in diese Kulturen doch viel Arbeit, Geld und Zeit investiert”. Das Fehlen einer Unterscheidung zwischen landwirtschaftlichem Hanf und Cannabis führt im Kanton St. Gallen immer wieder zu Verfahren, obwohl diese ausnahmslos mit Freisprüchen, Einstellungsverfügungen und Schadenersatzforderungen zu Lasten des Kantons enden.


 


„Der Anbau von Hanf mit tiefem THC-Gehalt, der sich für die landwirtschaftliche Verwendung eignet, ist unproblematisch”, konstatiert im Namen der Regierung die Präsidentin Heidi Hanselmann (SP). Der landwirtschaftliche Hanf ist ein Nichtraucherhanf ohne Anreiz für die einschlägigen Cannabiskreise.


 


Jetzt hat der Erste Staatsanwalt die praktischen Konsequenzen gezogen. Dr. Thomas Hanfjakob (SP) persönlich hat von seinem Büro aus den gültigen THC-Grenzwert durchgegeben: 3 %!. Das halbe Dutzend Bauern, die das Gespräch mitgehört haben, stimmen in seine Freude ein, als Berufskollege Roman Düring aus Bernhardzell, die Freude im Gesicht, den Telefonhörer aufhängt: „Jetzt können wir unseren Hanf problemlos anbauen, der richtige Grenzwert, 3 %, steht”.


 


3 % ist der offizielle, vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) verlautete Unterschied zwischen THC-tiefem Hanf, der sich für die landwirtschaftliche Verwendung eignet, und THC-hohem Cannabis, der sich fürs Rauchen eignet.


 


Nebst Bauernschaft macht die klare Unterscheidung auch Polizei und Strafverfolgungsbehörden glücklich, wie eine kurze Umfrage aufzeigt: Der 3 %-Grenzwert sei arbeitssparend und effizienzerhöhend, weil man sich auf den THC-reichen Hanf, grösstenteils vom Balkangesindel monopolisiert, konzentrieren kann, statt sich auf den Gehöften mit dem unproblematischen Hanf zu zerstreuen.


 


Dipl. Ing. ETH Hansjakob Zwingli vom kantonalen Landwirtschaftsamt, der eine Unterscheidung zwischen Hanf und Cannabis zu Gunsten der St. Galler Landwirtschaft immer bekämpft hat, konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.


 


VSHF


 


¹ THC 1,5 % – max. 3 %


² THC 15 % – max. 30 %