Communiqué 17.04.2010

Autor: VSHF

BIO-SUISSE-Bauern bangen um ihre Apfelbäume:


Marihuanaauszug und eine 600 % zu hohe Konzentration


 


Was eine hoffnungsvolle Lösung gegen den Feuerbrand schien, kann zum Albtraum werden für eine unbekannte Anzahl von BIO-SUISSE-Bauern: Es droht eine Missernte!


 


Auf Empfehlung des Forschungsinstituts für biologischen Anbau (FiBL-Schweiz) kaufen die BIO-SUISSE-Bauern versuchsweise einen Hanfauszug zwecks Vorbeugung und Bekämpfung des Feuerbrands, die durch eine Bakterie (Erwinia amylovora) ausgelöst verheerende Baumkrankheit. Das FiBL betreibt den Hanf/Feuerbrandversuch auf Mandat der BIO-SUISSE, das ihm eine beachtliche Geldsumme geschenkt hat. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) erteilte die Bewilligung für einen geprüften Hanfauszug.


 


Wie recherchierende Bauern entdeckt haben, ist die FiBL-Schweiz empfohlene Hanfauszugproduzentin, Ai Fame (Wald, AR), kein bio-Betrieb, sondern eine ehemalige Tuchfabrik, wo der Inhaber, ein Ausländer, auf zwei Stockwerken mittels Kunstdünger und elektrischem Licht aus Klonen gewachsenes, hochpotentes gentechnisch modifiziertes Cannabis (Marihuana) erzeugt. Bluthunde halten Neugierige fern. Der Ai Fame-Auszug ist nicht geprüft.


 


Falsche Dosis verbrennt die Blüten


Zudem empfiehlt der FiBL, während der Blütezeit 2 Liter Hanfauszug pro Hektar zu spritzen (Strategie Praxisversuche Hanfextrakt 2010; Beilage), 600 % mehr als die offizielle Dosis von 3 Deziliter/ha. „Gemeingefährlich zu hoch, mit zwei Liter verbrennen die zarten Blütenblätter” sagt Martin Brühlman, Obstbauer und Hanfauszug-Produzent in Neukirch (TG).


 


Bald kommen die Apfelbäume in Blüte – spritzen nun aber die BIO-SUISSE Bauern die vom FiBL angegebenen zwei Liter auf die Blütenblätter, verbrennen diese und im Herbst gibt es keine Äpfel. Angesichts der so drohenden Missernten wurde das FiBL aufgefordert, die Absudkäufer fristlos zu warnen und sie auf den BLW-bewilligten Absud aufmerksam zu machen. Prof. Dr. sc. ETH und FiBL-Direktor Urs Niggli schreibt zurück: „Wir sehen keine Notwendigkeit und haben auch keine Möglichkeit, auf Ihre Begehren einzutreten“. Kommentiert ein bio-Bauer: „Im FiBL verstehen sie nichts von Hanf, es ist alles unseriös, der Versuch wird gemacht wegen den Subventionen“.


 


Die Eidgenössische Versuchsanstalt Wädenswil macht in Zusammenarbeit mit dem FiBL-Schweiz eigene Versuche mit dem BLW-bewilligten, geprüften Hanfauszug. Wenn aber anderswo mit ungeprüftem Marihuanaauszug gearbeitet wird, ist der ganze gemeinsam geführte Versuch sinn- und zwecklos und wird nicht anerkannt.


 


Der FiBL-Verteiler des Marihuana-Auszugs, Jörg Rechsteiner, BIO-SUISSE-zertifizierter Inhaber einer Anbau-, Entwicklung- und Beraterstelle in Rothenhausen (TG), konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden, ebenso nicht der momentan im Ausland weilende Ai Fame-Inhaber.


 


VSHF


 


 


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