Communiqué 12.05.2010

Autor: VSHF



Internationales Jahr der Biodiversität – Der heimische Industriehanf ist eine gefährdete Pflanze


 


Bienensterben gestoppt; Bundesamt ist dagegen


 


Die Bestäubung der landwirtschaftlichen Kulturen (und der Wildflora) wird grösstenteils von den Honigbienen bewerkstelligt, deren Erhalt ist für die Ernährung der Gesellschaft überlebensnotwendig. Vielerorts schon beobachtet und jetzt mit wissenschaftlichen Daten erwiesen: Dank Hanf-Umfeld und -direktkonsum erstarken die Honigbienen in solchem Mass, dass sie unversehrt den Winter überstehen.


 


In einem Grossversuch wurden 24 Bienenvölker in fünf verschiedenen Umgebungen verteilt. Wo anderswo bis zu 50 % Winterverluste registriert werden, blieben die 24 Bienenvölker gesund, es starb lediglich 10 % des Bestandes, was normal ist.


Das Bearbeiten eines umliegenden Hanffeldes oder der Konsum von Hanfblüten-Sirup immunisiert die Honigbienen gegen Parasiten und Krankheiten, so die Erfahrung einer Zusammenarbeit von Imkern und Wissenschaftlern.


 


Varroa-Milbe


Sehr gute Resultate gegen die Varoa-Milbe erreicht der zweihäusige Hanf dank seiner ausgewiesenen biostatischen Wirkung, was aus ihm ein nachwachsendes Antibiotika macht, rückstandlos und nebenwirkungsfrei. Nicht nur bei den Honigbienen, auch bei den Milch- und Fleischtieren kommt der heimische Industriehanf gut an, wie die langjährige Praxis aufzeigt.


 


Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) dagegen


Laut BLW intern muss jedoch der Hanfeinsatz bei Bienen gestoppt werden. Im Honig kommen sonst gesundheitsgefährdende Mengen von THC¹ vor: „Würde ein Kleinkind Honig eines mit Hanf gefütterten Bienenvolkes essen, drei bis vier Löffel, so könne das nach unseren Berechnungen für eine halluzinogene Wirkung reichen”, so ein Kader des Bereichs Sicherheit und Qualität. Eine ganz abstruse Behauptung, urteilen die Wissenschaftler über das BLW. „Der heimische Hanf ist im letzten Jahrhundert immer verfüttert worden”, so Josef Kamphues von der tierärztlichen Hochschule in Hannover. „Man muss die Pflanze erst erhitzen bis THC entsteht”, schliesst das Berner Obergericht.


 


Die Landesinteressen und faktenwidrige Haltung des BLW erkläre sich durch dessen Verpflichtungen gegenüber Chemie und Pharmazie, welche den althergebrachten, gesundheitsfördernden Hanf – zu Recht – als gefährliche Konkurrenz einstufen, meint ein Imker. Seit Jahren bekämpft das BLW den althergebrachten, Schweizer Industriehanf (bis 2007 mit Eidg. Code 533 und Fr. 1’600.–/ha Direktzahlung). Andere Gründe für diese anti-hanf-Haltung – ist ja der zweihäusige Hanf (1 % THC) kein Cannabis (8 – 30 % THC) – sind nicht ersichtlich.


 


VSHF


 


¹ delta-9-tetrahydrocannabinol