Communiqué 14.06.2010

Autor: VSHF

Internationales Jahr der Biodiversität


Der europäische Hanf (zweihäusig) ist eine gefährdete Pflanze in der Schweiz


 


Schweizer Futterhanf – Verbleibt Luzerner Richterschaft im Abseits der Nation?


Kuhmilch soll Halluzinationen auslösen


 



Wiederum steht vor Schranken des Amtsgerichts Sursee (Vorsitz Franziska Widlin, FDP) am nächsten Dienstag um 9.00 Uhr ein angeklagter Bauer.


 


Laut Staatsanwalt George Frey (SP), hat Joe Willi aus Fischbach die Bevölkerung einer akuten Gesundheitsgefahr ausgesetzt, indem er seinen Milchkühen europäischen Hanf (zweihäusig) verfütterte. Das THC fliesse von der Hanfpflanze in die Milch über: „Das beweisen Untersuchungen vom Bundesamt für Landwirtschaft, deshalb Hände weg vom Futterhanf!“ Trinkt ein Kleinkind von dieser Milch, erleidet es Halluzinationen, gibt sich der betriebsame Staatsanwalt überzeugt. Das hat er in der NZZ gelesen.  


 


Unterdessen ist schweizweit gerichtsnotorisch geworden, dass das Bundesamt gar keine Untersuchungen gemacht hat, die THC-Gefahr in der Milch aus freien Stücken erfunden ist. Schon im Januar  2004 stellten die Oberrichter im Nachbarskanton Bern fest, dass die Hanfwürfel gefahrlos verfüttert werden können, denn der Stoff THC „entsteht nur beim Rauchen”.


 


Luzerner Oberrichter


Dessen ungeachtet und entgegen den unbestrittenen, naturwissenschaftlichen Erkenntnissen hören Luzerner Oberrichter (Isenschmid, Wiegnad, Peyer) nicht auf, hanfverfütternde Bauern wegen THC zu verurteilen – im Wissen, dass sie das Recht beugen: Es gibt kein THC in der Hanfpflanze, seit eh und je ist Futterhanf legal, ist eingetragen auf der Futtermittelliste der Eidgenossenschaft und bekam vom Bund noch bis 2007 Anbaubeiträge.


 


Noch letztlich entschied das TG Obergericht: „Hanffütterung ist legal” (Thurgauer Zeitung, 28.04.2010). Nirgends in der Schweiz wird heute der Futterhanf geahndet, Luzern verbleibt diesbezüglich der einzige Kanton. Bauer Willi nimmt sich deshalb vor, der Luzerner Skurrilität die Stirn zu bieten, mit einem Appell an Menschenverstand und Richteranstand, denn „Luzern darf nicht Lachnummer der Schweiz werden”.


 


VSHF


 


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