Communiqué 25.10.2011

Autor: VSHF

Industriehanf – Solothurn: Obergerichtsurteil führt zu Schlägerei


Polizisten verhindern Vollstreckung


 


Nötigung, Drohung und Amtsmissbrauch werden zwei Solothurner Kantonspolizisten vorgeworfen. „Sie drohten ihn vom Traktor runterzuholen und zusammenzuschlagen“, meldet ein Spaziergänger, der den Vorfall beobachtet und fotografiert hat.


 


Wochenlang stand der Industriehanf unter Beschlagnahme. Nachdem Landwirt Christian Steiner aus Hersiwil von der Beschwerdekammer gestern Montagmorgen endlich das grüne Licht zum Ernten erhalten hatte, wollte er die verlorene Zeit aufholen und da Regen angekündigt war, die überreifen Hanfpflanzen sofort einfahren. Doch auf dem Weg zum Feld stellte sich ein Streifenwagen quer und verhinderte das Weiterfahren. „Sie sagten mir“, so der Landwirt, „dass ich in Handschellen gelegt werde, wenn ich nur eine Pflanze berühre.“


 


Abkommandiert worden waren die zwei Polizeibeamten von ebendenselben Staatsanwalt, der die Beschlagnahme und die sofortige Vernichtung des nunmehr zur Ernte freigegebenen Industriehanfs angeordnet hatte. Dieser war auf seinen Wirkstoff analysiert worden, gefunden wurde eine Kleinstmenge von 1 % THC, 15 Mal weniger als beim üblichen Cannabis oder Rauchhanf, alias Marihuana (15 – 30 % THC). Dazu der Freiburger Staatsanwalt Markus JULMY: „Jeder auch nur halbwegs erleuchtete Konsument wird um solche Ware einen grossen Bogen machen.“ Und das Bundesamt für Gesundheit doppelt nach: „Unter 2 % THC, resp. 5 % ist mit Sicherheit kein Cannabiseffekt zu erwarten.“


 


Anderer Meinung ist jedoch die Solothurner staatsanwaltliche Abteilung „Wirtschaftsdelikte und organisierte Kriminalität“, die sich jetzt, neu, mit einem unbescholtenen Kleinbauer und dessen harmlosen Industriehanf abgibt. Es handle sich, so Abteilungsleiter J. Gutzwiller, um ein die öffentliche Ordnung gefährdendes Betäubungsmittel, das laut Artikel 69 des Strafgesetzbuches ohne wenn und aber einzuziehen und zu zerstören sei (sic).


 


Nachdem der Kapo-Kommandant über den Vorfall orientiert wurde, hat man beschlossen, dass der Landwirt seinen Industriehanf doch ernten und in seiner Scheune versorgen darf – schlussendlich genau so, wie vom Obergericht angeordnet.


 


Vorkommnisse wie hier berichtet finden schweizweit nur in den Kantonen Solothurn und Bern statt.


 


VSHF


 




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