Communiqué 01.04.2012

Autor: VSHF

Heimischer Industriehanf – Reuige Bundesrichter heben teuren Fehler auf


Präsident der NR-Gesundheitskommission hocherfreut


 


„Die Bundesrichter haben sich an die wissenschaftliche Wahrheit zu halten: Was nicht betäubt, ist kein Betäubungsmittel, so einfach ist es. Deshalb gilt ab heute: Industriehanf mit bis 3 % Tetrahydrocannabinol (THC) (*) ist nicht als Cannabis anzusehen. Wir entschuldigen uns in aller Form bei den Bauern für das ihnen angetane Leid,“ so die Kernaussage des knapp verfassten und vorgestern veröffentlichten Entscheids (**) der strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts unter Vorsitz des Präsidenten Hans Mathys. Anno 2000 hatte man irrtümlich angenommen, dass ein Cannabiseffekt schon bei 0,3 % THC-Gehalt entstünde, somit entschlossen sich die falsch informierten Bundesrichter für einen THC-Grenzwert von 0,3 %. Seitdem galt schweizweit die Regel: Über 0,3 % gilt der Hanf als Cannabis, bis 0,3 % handelt es sich um harmlosen Industriehanf (***).


 


     (*) Tetrahydrocannabinol (Wirkstoff) entsteht bei Hitze >200° C (Rauchen)


     (**) 6­_B 1412/2012


     (***) sativa non-indica, 1,5 % THC (max. 3%)


 


Unwissenschaftlichkeit



0,3 % aber widerspricht der Wissenschaft. Entstanden ist er, wie später bekannt wurde, auf Begehren von Polizeikreisen. Nicht 0,3 % sondern 3 % ist der richtige Grenzwert, also ganze zehn Mal höher. „Ein THC-Gehalt von 0,3 % macht aus forensisch-analytischer Sicht wenig Sinn” (Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin). „Unter 2 % gibt es absolut keinen Effekt beim Rauchen. In der Regel hat Cannabis (Marihuana) min. 8 bis max. 30 %“ (Bundesamt für Gesundheit).


 


Repression


Weil er Cannabis (Rauchhanf) mit effektlosem Industriehanf vermischt, läutete der THC-Grenzwert von 0,3 % eine massive Repression ein, Verurteilungen wurden ausgesprochen mit zum Teil schwerwiegenden Negativfolgen für Handel und Gewerbe, weil die verschreckten Landwirte trotz offizieller Unterstützung vom Bund (Fr. 1’600.–/ha) alsdann vom althergebrachten Industriehanf absahen.


 


Dreifuss Diktat umwerfen


Sieg also für das pro 3 % THC–Manifest, von vielen SVP-Bauernvertretern im Nationalrat unterschrieben. NR Rossini (SP/VS), Mitunterscheiber, Gesundheitsspezialist und Präsident der nationalrätlichen Gesundheitskommission stellt zufrieden fest: „Der Weg ist jetzt frei um dem heimischen Hanf seinen angestammten Platz auf der Heilmittelliste zurückzugeben, es werden die Gesundheitskosten dann merklich sinken.“ Im Juli 1997 hatte Gesundheitsministerin Ruth Dreifuss ‚Cannabis herba, extractum’ aus der Liste der krankenkassenpflichtigen Zubereitungen (IKS-A) streichen lassen. Als Ersatz wurde ‚MARINOL’, ein Syntheseprodukt aus den USA importiert (Jahreskosten von Fr. 25’000.– bis Fr. 60’000.– für eine Person statt wie bisher mit Hanf zirka Fr. 1000.–).


 


VSHF


 


 


Mehr zum Thema:


Neue Zürcher Zeitung 29.06.1999: Schweizer Hanf als Medikament


 


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