Vademecum zu Droge

MINI-VADEMECUM ZU DROGE

“Die Liste E enthält die als Linderungsmittel verwendbaren Drogen (…) sowie Zubereitungen aus solchen.”
(Art. 1,Grundsätze über die Verkaufsabgrenzung der in allen Geschäften frei verkäuflichen Heilmittel, Liste E / IKS)

Nota bene: Oft wird der Terminus ‚Droge’ anstelle von ,Betäubungsmittel’ (1) gebraucht. Dies ist vom Juristen zu vermeiden, kommt ja das Wort ‚Droge’ im BetmG nirgends vor (irrtümlicherweise jedoch, ab 1998, in Art. 8 Abs. 7 lit. d und Abs. 8 BetmG (2)).

“Drogen” (3) (vom niederländischen‚droog’ = trocken) sind nicht-apothekenpflichtige, natürliche pflanzliche Heilmittel. Kräuter, Blüten, Samen, Wurzeln, getrocknet und zubereitet, wie z.B. Basilikenkraut, Eisenkraut, Bruchkraut, Hanfkraut, Kamillenblüten, Minze, Erdbeerblätter oder Süssholz usw. sind Drogen, welche – wie dies bereits der Name besagt – in den Drogerien zubereitet und verkauft werden. Auf der offiziellen Drogen-Liste (Liste E) der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel (IKS) werden die freiverkäuflichen ‚einheimischen, harmlosen Drogen’ aufgeführt und wie folgt definiert: “Linderungsmittel mit günstiger gesundheitlicher Wirkung, das von jedermann abgegeben werden darf”. Zum Beispiel ist der Hanfsame eine offiziell freiverkäufliche Droge (Drogenliste E / IKS 11. Mai 1957); ebenfalls, bis vor wenigen Jahren, das Hanfkraut, doch wurde es auf Geheiss des BAG rechtswidrig aus der Liste E gestrichen. Produktion und Konsum von Drogen , also auch des Hanfkrauts und der Hanfsamen, sind frei und werden von Gesetzes wegen nicht eingeschränkt. Drogen darf in der Schweiz jedermann nach Gutdünken halten, konsumieren und verkaufen.

Hanfkraut ist überdies eine Arzneidroge. Eine Arzneidroge ist ein pflanzlicher Rohstoff (Kräuter, Blüten, Wurzeln) für die Heilmittelherstellung – so z.B. Hanfkraut zum Zweck der Gewinnung von Extrakt und Tinktur. “Drogistereyen” hiessen die Rohmaterialien, welche früher die Apotheker zur Fertigung von Arzneien brauchten. Nur in seiner Eigenschaft als Arzneidroge wird das Hanfkraut im BetmG erwähnt und somit unter staatliche Kontrolle gestellt: “In Gruppe A, Drogen, sind noch Mohnstroh und Hanf auf-genommen worden” (4).

FUSSNOTEN

1) Da dem Wort Droge im Deutschen nur die Bedeutung eines pharmazeutischen Produktes vegetabilischen Ursprungs zukommt (…). Genauer wäre “Betäubungsmittel und andere verwandte Stoffe” gewesen.” (Botschaft des BR an die BVers, vom 19. Septem-ber 1938, über das internationale Abkommen vom 13. Juli 1931 zur Beschränkung der Herstellung und zur Regelung der Vertei-lung der Betäubungsmittel; BBl 1932, S. 531 Fussnote 1) & “Drogen: Heute oft ungenau im Sinne von engl. Drug (“Arzneimittel”) oder aber im Sinne von Rausch-Droge, Sucht-Droge verwendet.” (MEYERS Lexikonverlag)

2) “Drogenkonsum, Drogenabstinenz” (recte: Betäubungsmittelkonsum, Betäubungsmittelabstinenz).

3) “Drogen: Heilmittel, Stimulanzien, Gewürze” (Meyers Lexikon Verlag).

4) Botschaft des Bundesrates (BR) an die Bundesversammlung (Bverr), Bundesblatt (BBl) 1951,S.854, Art. 2 (neu) BetmG