Vademecum zu Hanfpflanze und Hanfkraut

MINI-VADEMECUM

ZU HANFPFLANZE UND HANFKRAUT

Die Hanfpflanze wird juristisch “Hanfkrautpflanze” genannt. Unter ‚Hanfkraut’ versteht das Betäubungsmittelgesetz (BetmG) die Blüten- und Fruchtstände der weiblichen Hanfkrautpflanze.

In allen Ländern der Welt wurden Hanfkrautpflanze und Hanfkraut unter absolutem Verbot gestellt, sowie jegliche Nutzung vollständig verboten. Dieses Verbot ist, wie es sich einem Rechtsstaat gebührt, in einem Gesetzestext verankert.

In der Schweizer Gesetzgebung (BetmG) wird ein Verbot der Hanfkrautpflanze nicht erwähnt. Die Hanfkrautpflanze wird vom BetmG nicht berührt. Daraus folgt, dass Anbau und Nutzung der Hanfkrautpflanze in der Schweiz überhaupt nicht verboten, also frei und nicht einmal bewilligungspflichtig ist.

Im BetmG werden nur die Blüten- oder Fruchtstände der Hanfkrautpflanze (Hanfkraut) erwähnt, und nur dann staatlich kontrolliert, beziehungsweise verboten, wenn damit befugt, beziehungsweise unbefugt Betäubungsmittel (Extrakt, Tinktur) gewonnen werden. Betäubungsmittel im Sinne des BetmG sind pharmazeutische Spezialitäten, also durch Menschenhand gewonnene “Stoffe oder Präparate” (Art. 1 BetmG). Hanfkraut ist kein pharmazeutische Spezialität, noch durch Menschenhand gewonnener Stoff oder Präparat. Daraus ergibt sich, dass wer Hanfkraut direkt konsumiert, kein Stoff oder Präparat im Sinne des BetmG konsumiert und folglich nicht wegen “Konsum von Betäubungsmitteln” straf-rechtlich belangbar ist.

1. Der einheimische Bauernhanf (Cannabis sativa non-indica; “sativa” = lateinisch für “Bauer”) ist der natürliche zweihäusige Hanf mit einem Gesamt-THC-Gehalt von 1 – 3 %, wie ihn die Pflanze in unseren Breitengraden normalerweise erzeugt. Ein Gehalt von 1 – 3 % THC erzeugt keine betäubende, sondern nur eine (leicht) tonische Wirkung. Da der natürliche Schweizer Hanf, wie ein Sauser mit 1 – 3% Alkoholgehalt, keine betäubende Wirkung hat, ist er vom BetmG nicht direkt betroffen. Er fällt jedoch darunter, wenn daraus Extrakt und Tinktur (Betäubungsmittel) zu Handelszwecken gewonnen werden.

2. Der indische Hanf (Cannabis indica) ist der natürliche, zweihäusige Hanf mit einem Gesamt-THC-Gehalt von 4 – 9 % THC. Ein Gehalt von 4 – 9 % erzeugt keine betäubende, sondern nur eine berauschende Wirkung

3. Der genmodifizierteene indische Hanf ist die eine hochgezüchtete Pflanze (“Skunk”, Silver Haze”, Northern Lights”, usw.), unter Kunstlicht produziert, mit Kunstdünger ernährt und mit einem in der Natur nicht vorkommenden Gesamt-THC-Gehalt von 14 bis zu 25 % THC. Ein Gehalt ab 12 % THC erzeugt eine (leicht) halluzinogene Wirkung.

4. Der EU-“Hanf” (Fedora, Felina, Fibrimon, usw.) ist eine entartete, kraftlose einhäusige Hanfpflanze, die einzig der Gewinnung von Papier- und Kartonrohstoff dient. Sein THC-Gehalt wird mit 0,3 % angegeben, in der Praxis liegt er zwischen 0,5 und 3%.